Problematik Wind für Wassersportler

Der Grüngürtel um die Uferzone hat ebenso seine Einwirkung auf Windstärke und Richtung. Das heißt aber nicht, das weitere Bebauung dann auch nicht noch mehr Schaden kann.

Die freie Ackerfläche und die etwas veränderte Wetterlage haben derzeit große Einwirkung auf gute Bedingungen und wir hoffen bei Veranstaltungen immer auf Wind aus dieser Richtung. Es gibt da auch wissenschaftliche Darstellungen, wie der Wind durch Abdeckungen von Wald oder Bauten beeinflusst wird.

https://www.esys.org/rev_info/Windabdeckung.html

Windabdeckung (https://www.spotnetz.de/Windabdeckung)

Was versteht man unter Windabdeckung?

Unter Windabdeckung versteht man den Umstand, dass Landschaftserhöhungen wie z.B. Dünen oder Wald den Wind abdecken und in Lee von diesen Erhöhungen ein Windloch herrscht, also deutlich weniger Wind als in der Umgebung. Aber auch Bebauungen wie Häuser oder ganze Ortschaften oder hohe Kaimauern o.ä. können in ihrem Windschatten eine Windabdeckung verursachen.

Häufig kommt es bei Windabdeckung auch zu Verwirbelungen, die dann als wechselnde Windrichtung und/oder böigen Wind auftreten.

Nahezu jeder Surfspot liegt bei einzelnen Windrichtungen in der Windabdeckung und ist dann entsprechend ungeeignet zum Surfen. Ausnahme sind Spots, deren Hinterland so flach ist, dass die Windabdeckung über dem Wasser kaum wirkt, jedoch dadurch perfekte Flachwasser-Bedingungen herrschen.

Beeinträchtigung

Wir werden uns als Segler und Windsurfer auf weitere Beeinträchtigung gefasst machen müssen, denn auch schon die Bebauung für den Seepark und die Veränderungen der Landschaft hat Beeinträchtigungen aus Süd/Südwest (also über den Parkplatz wehend) mit sich gebracht. So haben wir jetzt viel Freude am Wind wenn er dann weiter über West/Nordwest weht, also über das derzeitige „Bauerwartungsland“ für die Seeterassen. Es wird Böig werden.

Windböen bzw. Böigkeit

Unter Windböen bzw. Böigkeit versteht man kurzzeitige Schwankungen der Windstärke und ggf. auch der Windrichtung. Eine Windböe ist also eine plötzliche und kurzzeitige Zunahme der Windgeschwindigkeit. Definitionsgemäß muss dabei der gemessene 10-Minuten Mittelwert der Windgeschwindigkeit innerhalb weniger Sekunden (mindestens 3 s, höchstens 20 s) um mindestens 10 kt (5 m/s = 18 km/h) überschritten werden. In Böen kann der Wind aus der gleichen Richtung wie der Mittelwind kommen – oft geht damit aber auch eine Änderung der Windrichtung einher. Wenn keine Böen auftreten, spricht man von einer sog. „laminaren“ Strömung und die Bewegung der Luftteilchen erfolgt geordnet. Im Windkanal lässt sich diese laminare Strömung am parallelen Verlauf der mit Rauch oder Nebel sichtbar gemachten Strömungslinien erkennen. Allerdings kann es passieren, dass in der freien Atmosphäre – also oberhalb von ca. 1.500 m – die Geschwindigkeit der an sich laminaren Strömung einen für sie kritischen Wert überschreitet. Dann wird die laminare Strömung anfällig für kleinste Störungen. Wird sie turbulent, können Böen mitunter bis zum Boden gelangen.

Die Böigkeit des Windes hat verschiedene Ursachen.

Ein wichtiger Punkt ist, daß sich der Wind durch die Reibung an der Erdoberfläche verlangsamt. Je unebener der Untergrund ist, desto stärker ist auch die Abbremsung. Dementsprechend wird der Wind z.B. über einem bebauten Gebiet stärker abgebremst als am offenen Meeresstrand. Insbesondere bei einer stark strukturiertem Oberfläche wird die Verringerung der Windgeschwindigkeit zudem sehr stark von der Windrichtung beeinflußt. Die Richtung braucht dann nur geringfügig zu variieren, um die Strömungsgeschwindigkeit wesentlich zu verändern. Dabei müssen solche Hindernisse aber nicht zwangsweise eine große vertikale Ausdehnung haben. So wird die bodennahe Luftströmung bereits durch die Beschaffenheit der Erdoberfläche infolge von Reibung abgebremst. Darüber ist die Luftströmung aufgrund der geringeren Reibung aber größer, wodurch sich Wirbel bilden – die Strömung wird turbulent.

Wind variiert infolge des Umströmens

Außerdem variiert der Wind auch infolge des Umströmens von Hindernissen und durch Kanalisierungseffekte. Trifft Luft auf ein Hindernis, so verwirbelt sie hinter diesem. Sie strömt dann in den Wirbeln chaotisch mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten in unterschiedlichen Richtungen. Derlei Turbulenzen kann man beobachten, wenn die Luftströmung durch Hindernisse wie Häuser, Bäume, Hügel oder auch Gebirge gestört wird. Dabei bilden sich Wirbel mit meist waagerechter Rotationsachse aus. Diese Wirbel fallen je nach Beschaffenheit der Hindernisse – der sogenannten Rauigkeit – unterschiedlich aus. Entsprechend unterschiedlich ausgeprägt sind auch die Böen, die sich daraus ergeben. In Städten mit großen Häuserblöcken und Hochhäuser hat das jeder schon selbst erlebt. Der Wind wird dabei gezwungen an den Gebäuden vorbeizuströmen. Hinter den Häusern entstehen häufig Abschattungseffekte, wo der Wind schwächer weht. Andererseits kommt es zu einer Verstärkung des Windes, wenn er zwischen zwei Hindernissen kanalisiert wird. Geht man in der Stadt umher bemerkt man, daß der Wind bei bestimmten Windrichtungen an manchen Punkten deutlich stärker weht als an anderen. Das ist der sog. Venturi-Effekt. Diese Art der Windveränderung lässt sich überall beobachten, denn nicht nur Gebäude, auch die Geländeform und die Vegetation führen oft zu diesen Effekten.

Abdeckungseffekt

An Steilküsten lauern oft heimtückische Fallböen (Bild: Jan Bindseil)
(https://sail24.com/praxis/windeffekte-an-der-kueste/#abdeckung)

Bei ablandigem Wind kommt es hinter Steilküsten, stark bebauten oder bewachsenen Gebieten zu weitreichenden Abdeckungseffekten. Der Luftstrom wird über der rauen Oberfläche so stark abgebremst, dass er sich dahinter auf dem Wasser deutlich abschwächt. Bei hohen Küsten tritt dieses Phänomen auch auf, weil die Windströmung abreißt, verwirbelt und deutlich verlangsamt. Es gilt die Daumenregel, dass im Abstand der fünffachen Höhe der Küste der Wind nicht einmal mehr halb so stark weht wie draußen auf See. Aufpassen muss man im Bereich der Zone, wo die Windpakete wieder auf das Wasser treffen. Dort können sie unregelmäßig als sogenannte Fallböen einschlagen.

Fazit zum See und zum Wassersport:

  1. die Bebauung durch die Seeterrassen wird negativen Einfluss auf die Windstärke und Windrichtung nehmen und das ist für das sportliche Segeln und für hochwertige Regatten sehr kritisch zu sehen.
  2. Der See ist zu klein um noch weitere Beeinflussung durch Windabdeckung zu verkraften und das wird Auswirkung haben auf die Qualität der angebotenen Regatten.der See hat schon Probleme genug. Es gab schon Sperren durch das Gesundheitsamt wegen coliformen Bakterien oder durch erhöhtes Aufkommen von Blaualgen. Seit 2 Jahren versucht man mit einem „Unterwassermäher“ dem Bewuchs Herr zu werden und macht dabei einiges an Fehlern. Auch hier sind keine „Fachleute“ am Werk sondern die Aufgaben und Vergabe der Arbeiten liegt beim Seepark Personal.
  3. wie sich die „Düngung“ der anliegenden Ackerflächen auf das Nitrat und den Algenbewuchs auswirkt, wird aus Kostengründen und „Betriebsblindheit“ nicht verfolgt oder auch gar nicht erst für ernst genommen. Ob da allerdings eine Bebauung und damit weniger Ackerfläche hilft, wage ich zu bezweifeln. Eine freie Biotopsfläche würde allen helfen, Mensch und Natur! 

Verfasser der Redaktion bekannt

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